Aufwärtstrend :-)

Endlich geht es mir besser! Die “Phantomschmerzen” werden seit Samstag weniger. Wenn sie auftreten, dann heftig, aber eben nicht mehr so häufig wie in den letzten Wochen. Jetzt liegt mir der MRT-Termin nächste Woche nicht mehr so sehr im Magen. Zumal die Flüssigkeitsansammlung auch kleiner geworden ist. Höchstwahrscheinlich ist sie doch für die Schmerzen verantwortlich. Und meine Drainagenarbe ist auch endlich zu und verheilt. Meine Blutwerte entwickeln sich auch positiv. Puh, erstmal durchschnaufen.

Am Samstag feierte mein Schwager seinen 70. Geburtstag nach. Erst ging es auf Hafenrundfahrt (er war schließlich viele Jahre auf der Binnenschifffahrt, war Schiffsführer) und dann haben wir im Odenwald in einer Gaststätte einen schönen Abend verbracht. Fredy und ich haben dort übernachtet, dann konnte mein Schatz auch mal beim Feiern etwas trinken. Außerdem war es ein Mini-Ersatz für Ostern, an dem wir ja nicht verreisen konnten. Schade, dass ausgerechnet am Wochenende der Regen zurückkam. Aber die Hafenrundfahrt war trotzdem schön und unterhaltsam. Am Abend habe ich auch fast normal essen können. Frittiertes, Rohkost und Dessert habe ich halt ausgelassen. Sonntag morgen sind wir nach dem Ausschlafen dann in Weinheim im Hermannshof gewesen. Es hatte aufgehört zu regnen und ich konnte noch ein paar schöne Fotos von dieser herrlichen Gartenanlage machen.

Den Nachmittag haben wir dann verschlafen. Das hätte fotografiert werden müssen. Fredy auf der einen Couchseite, ich auf der anderen und Minka lag an meinen Bauch gekuschelt. War bestimmt ein Bild für die Götter :-)

Seit gestern habe ich mal wieder Nervenschmerzen im Gesicht. Es ist, als würde die MS sagen “soooo, jetzt bin ich mal wieder an der Reihe, habe lange genug still halten”. Na ja, ich nehme halt Tropfen und ruhe mich aus. Dafür geht es meinen Beinen super, ich brauche nicht mal einen Stock. Heute morgen war ich bei meiner Ärztin, die ist sehr zufrieden, danach kurz in die Stadt und dann zu meiner Mum. Seit heute mittag liege ich jetzt auf der Couch und relaxe. Die Schmerzen sind dank Tropfen auszuhalten. Hoffentlich geht es morgen besser.

Wenn ich in einer Woche Entwarnung bekomme (wovon ich ausgehe) kann ich endlich wieder arbeiten gehen! Bis dahin will ich ein bisschen zuhause werkeln - keine Angst, nicht zuviel! Jeden Tag eine halbe Stunde, dann bin ich auf dem Laufenden und fühle mich wieder wohl in meiner Wohnung. Der Staubteufel hat sich ganz schön ausgebreitet ;-)

Jetzt möchte ich erstmal das schöne Wetter genießen, dass gemeldet wurde. Wenn die Schmerzen morgen weg sind (was ich hoffe), kann ich die Terrasse genießen und draussen meinen Kaffee trinken, die Seele baumeln lassen. Nachdem es mir körperlich besser geht kann ich jetzt an die Seelenpflege gehen.

Drückt mir die Daumen für nächsten Dienstag!

Terrasse ist fertig!

Endlich sieht meine Terrasse so aus, wie es sich für diese Jahreszeit gehört. Fredy hat mir die Blumenkästen mit Erde gefüllt und ich habe heute Blumen eingesetzt. Morgen hängt mir Fredy die Blumenkästen in die Halterungen und dann sieht es richtig gut aus :-) Am Feiertag waren wir erst mit lieben Freunden einen Kaffee trinken und dann haben wir die Terrasse sommerfertig gemacht. Ich habe mich um die Möbel gekümmert und er hat 120 l Erde auf die Blumenkästen verteilt. Jetzt bin ich zufrieden und genieße es, dass ich draussen sitzen kann. Eigentlich wollte ich diese Woche wieder arbeiten, aber das lässt die Ärztin nicht zu. Also bin ich weiter bis 16.05. krank geschrieben. Mir geht´s gut, aber ich habe immer noch Schmerzen. Und solange nicht geklärt ist, wo die Schmerzen herkommen, muss ich zuhause bleiben :-( . Ich bin total gespannt, was am 15.05. im MRT herauskommt. Hoffentlich muss ich nicht nachoperiert werden… Ich muss abwarten und akzeptieren, was herauskommt. Bis dahin genieße ich meine Terrasse und freue mich daran, wie alles wächst und blüht.

Euch wünsche ich ein schönes Wochenende, dass hoffentlich besser wird als der Wetterbericht es vorhersagt.

Soll ich jetzt beruhigt sein?

Da ich immer noch Schmerzen im Oberbauch habe, die eigentlich nicht mehr da sein dürften, hat mich meine Ärztin ins Klinikum geschickt, damit die Sache dort per Ultraschall überprüft wird.

Also habe ich gestern vormittag in der Notaufnahme verbracht. Das Ergebnis beim Ultraschall: wo früher die Galle war hat sich jetzt Flüssigkeit gesammelt. Laut Arzt nichts schlimmes, weil sich nichts entzündet hat. Er sagte aber auch, dass das immer noch passieren kann. Und auch die Ärzte im Klinikum sind sich einig, dass ich eigentlich keine Schmerzen mehr haben dürfte. Sie haben aber auch keinen Grund für die Schmerzen gefunden.

Jetzt komme ich am 15.05. ins MRT (früher war kein Termin zu bekommen, ich habe alle Röntgenpraxen in Mannheim abtelefoniert) und dort soll geprüft werden, ob evtl. der Flüssigkeitsablauf in der Bauchspeicheldrüse gestört ist. Meine Blutwerte waren soweit in Ordnung. Leberwerte halt hoch wie immer und Bauchspeicheldrüsenwert leicht erhöht. Aber keine Entzündungswerte.

Ich bin ja froh, dass nicht wirklich was gefunden wurde. Meine  größte Angst war, dass ich wieder ins Krankenhaus muss. Aber diese blöde Wasseransammlung und die Tatsache, dass keiner weiß, warum ich noch Schmerzen habe, macht mich auch wieder unruhig. Jedenfalls bin ich weiter bis 01.05. krank geschrieben. Und dabei fällt mir hier die Decke auf den Kopf. Ich kann ja zuhause auch nichts machen (außer surfen, fern sehen, Musik hören, lesen). Wenn wenigstens das Wetter wärmer wäre, dann könnte ich die Zeit auf der Terrasse tot schlagen. Ich bin ja jetzt schon seit dem 07.03. krank. Nur  gut, dass ich nicht wusste, was da wirklich auf mich zukommt.

Na ja, das ist Jammern auf hohem Niveau. Ich kann wieder ganz gut essen, schlecht wird es mir auch nicht mehr. Das ist ja schon viel wert.

Über meinen Garten muss ich auch nicht mehr jammern. Mein Schatz war letzten Samstag fleissig und hat mir Garten und Terrasse gemacht. Jetzt ist wenigstens nichts verwelktes mehr zu sehen und nächstes Wochenende will ich mit ihm die Balkonkästen bepflanzen. Dann bin ich happy, weil beim Blick aus dem Fenster schöne Pflanzen zu sehen sind :-)

Jetzt wünsche ich Euch ein schönes Wochenende und mehr Sonne als Regen

Durchhalten lohnt sich

Mir geht es inzwischen besser. Dank Tropfen sind Übelkeit und Erbrechen weg und ich habe diese Woche zum ersten Mal nicht abgenommen. Hätte nie gedacht, dass ich mich darüber mal freue ;-) Es sind jetzt insgesamt 10 kg weg und da ich noch lange Schonkost essen muss, wird noch das eine oder andere kg schmelzen. Aber eben nicht mehr in diesem Wahnsinnstempo.

Da ich jetzt etwas besser essen kann (Suppen, püriertes Gemüse, Brot) fühle ich mich auch wohler in meiner Haut. Das Pflaster auf der großen Narbe ist seit gestern weg, nur das Drainage-Loch will einfach nicht heilen. Wenigstens habe ich keine Schmerzen. Aber es nervt trotzdem, denn ich darf erst wieder duschen, wenn es verheilt ist. Und ich sehne mich so danach, mal wieder unter der Dusche zu stehen und sich nicht nur am Waschbecken zu waschen. Na ja, es gibt schlimmeres.

Die Schmerzen halte ich inzwischen ohne Schmerzmittel aus, also auch ein Fortschritt. Ich kann auch schon länger sitzen, ohne dass es weh tut. Also alles ganz positiv. Aber ich hätte nicht gedacht, dass es so lange dauert, bis ich mich von der OP erhole. Ich bin ja jetzt schon 3 Wochen zuhause. Tja, mir bleibt nichts anderes übrig, als weiter Geduld zu haben. Mein Garten ist immer noch chaotisch, ich habe noch nichts ausgesät, überall ist die alte Erde noch drin. Zum ersten Mal werde ich wohl tatsächlich erst nach den Eisheiligen alles bepflanzen. Sonst war ich ja zu ungeduldig und habe schon im April angefangen.

Jetzt hoffe ich, dass es in den nächsten Tagen weiter aufwärts geht. Mein Schatz und ich haben heute 3-jähriges - und können nicht mal essen  gehen. Aber das holen wir nach, wenn ich es auch genießen kann. Heute besteht unser Jubiläumsessen aus selbstgemachter Hühnersuppe - hat ja auch nicht jeder :-)

Ich wünsche Euch ein schönes Wochenende mit hoffentlich viel Sonne und wenig Regen.

Ostern war anders geplant

Eigentlich wären wir über Ostern nach St. Goar zu einem Romantik-Wochenende gefahren *seufz*. Aber die Reise haben wir natürlich abgesagt. Wenigstens ist das Wetter so richtig fies, da fällt es nicht ganz so schwer.

Mir geht es nur sehr langsam besser, ich bin furchtbar ungeduldig. Die Esserei ist eine Qual, jetzt sind schon 8 kg runter. Egal, was ich esse - es liegt mir wie ein Stein im Magen und braucht ewig, bis es verarbeitet ist. Und es kommt auch oft genug retour. Laugenbrezel, Kartoffelbrei, Karottenmus, Obst in Baby-Gläschen, Rinderbrühe - so sieht mein Speiseplan im Moment aus, und das alles in Miniportionen. Und nach jedem Essen ist mir schlecht :-(

Die Schmerzen sind auch noch ganz schön heftig, trotz Schmerzmittel. Ich kann nicht lange sitzen, weil das drückt. Auto fahren ist blöd, weil die Erschütterung weh tut. Beim Straßenbahn fahren sieht es genauso aus. Aaaaaaahhhhhh, ich bin sowas von genervt!!!!!!

Ich weiß - ich sollte dankbar sein, dass ich alles überlebt und gut überstanden habe. Aber irgendwann ist halt auch mal mein Geduldsfaden am Ende. Es geht so gar nicht vorwärts, auch wenn ich diese Woche schon mehr laufen konnte als letzte Woche. Und Straßenbahn fahren ging ja auch, das spart mir schon mal viel Taxigeld. Ich muss nämlich jeden 2. Tag zur Ärztin zum Verbandswechsel, weil die Narbe von der Drainage entzündet ist und nicht heilen will. Wenigstens die große Narbe heilt super und ohne Probleme.

Wenn jemand wie ich gerne und mit Genuß isst, fehlt halt ein ganzes Stück Lebensqualität, wenn man nur isst um Nahrung aufzunehmen. Kein bunter Teller zu Ostern - ich kann ja nichts davon essen. Jaaaaaa, ich bin im Moment ein Jammerlappen und Nörgler. Es geht einfach nicht anders, kann mich nicht verstellen. Mein Garten sieht katastrophal aus, nirgends Osterdeko, Grrrrr.

Ich wünsche Euch allen trotz Aprilwetter schöne und erholsame Oster-Feiertage. Macht das Beste daraus, genießt das ausschlafen und faulenzen. Und bis zum nächsten Eintrag bin ich bestimmt auch wieder besser gelaunt ;-)

Willkommen zurück im Leben

Mit diesen Worten haben mich die Ärzte der normalen Station begrüßt, als ich endlich verlegt werden konnte. Aus meiner Gallen-OP wurde fast ein Desaster.

Ihr kennt doch diese Aufklärungsbogen, die man vor einer OP unterschreiben muss. Bei mir sollte ein Gallenstein aus dem Gallengang entfernt werden und vorher habe ich so ein Teil unterschrieben. Es wurde darauf hingewiesen, dass in extrem seltenen Fällen der Darm verletzt werden kann. Und 3 x dürft ihr raten, welcher extrem seltene Fall ich war!

Mir wurde also ein Loch im Dünndarm verpasst, daraufhin kam es zur 3-stündigen Not-OP. Und als Nebenwirkung dieser OP habe ich mir eine Bauchspeicheldrüsenentzündung hinzugezogen. Ich habe 7 Tage auf der Wachstation verbracht. Am 07.03. bin ich ins Krankenhaus und am 26.03. wurde ich entlassen.

Bei der OP stand ich 2 x kurz vorm totalen Organversagen, eine Lungenentzündung hatte ich auch. Von Mittwoch auf Donnerstag waren meine Blutwerte so schlecht, dass schon die Entfernung der Bauchspeicheldrüse eingeplant wurde. Zum Glück hat mein Körper dann den Schalter umgelegt und es ging mir von Tag zu Tag besser.

Diese 1 Woche auf der Wachstation war die Hölle. Zum Glück verblasst die Erinnerung daran schon. Neben den normalen, starken Schmerzen hatte ich auch noch mit Muskelkrämpfen im Rücken zu kämpfen, weil ich meine ganzen MS-Medikamente nicht mehr schlucken durfte. Mein Magen war total still gelegt, ich durfte nicht mal trinken. Die Pfleger haben mich mit stärksten Schmerzmitteln versorgt. Von denen hatte ich schöne bunte Träume ;-), war teilweise richtig high.  Na, ab Freitag ging es mir dann immer besser. Und Dienstag konnte ich schließlich auf die normale Station. Die Telefonate, SMSen und Grüße von allen haben mir unglaublich geholfen und Kraft gegeben. Danke  dafür!

Ach ja - die Galle ist raus! Das haben sie bei der Not-OP gleich mit erledigt. Nur dass es keine 3 kleinen Löcher im Bauch sind sondern eine satte Narbe von 15 cm quer über den Oberbauch.

So richtig kapiert habe ich das ganze noch nicht. Es hat mich erstmal umgehauen als ich nach Hause kam. Der Gedanke, dass ich das Ganze nie wieder gesehen hätte, einfach weg wäre. Unglaublich. Das stimmt euphorisch und ängstlich zu gleich. Ich kann Euch das gar nicht erklären. Das wird mich sicher noch eine Weile beschäftigen.

Wenigstens hält meine MS bis jetzt ruhig, das war meine größte Sorge. Mir fehlt etwas die Kraft für längeres Laufen, zumal mir der Oberbauch noch ganz schön ziept. Aber das schiebe ich auf die 5 kg, die ich bis jetzt abgenommen habe und das wenige Essen, dass ich zu mir nehmen kann. Ich muss die nächsten Monate auch noch Schonkost halten. Zum Glück habe ich genug Pfunde auf den Rippen und komme auf diese Art zu meiner Sommerfigur. Irgendwas Gutes muss die ganze Chose ja haben.

Ich genieße im Moment, dass ich einfach daheim bin, endlich in meinem Bett schlafen kann (aaahhh, die eigene Matratze!!). Endlich wieder den Abend mit meinem Schatz verbringen, meine Minka durchkraulen. Mehr kann ich eh noch nicht machen, obwohl mein Garten grauenhaft aussieht. Aber das muss ich mir wirklich noch verkneifen.

Genießt das schöne Wetter, zum Wochenende soll es ja leider wieder schlechter werden.

Kurz vor meinem Borzeltag

Ich habe die lange Pause gebraucht um mich zu erholen. Seit letzter Woche Dienstag ist meine Mutter wieder zuhause und sie erholt sich mit jedem Tag mehr. Da die Ärzte die Anzahl ihrer Tabletten halbiert haben, geht es ihr viel besser. Sie schläft nicht mehr so viel, hat sogar Langeweile :-)). Der Husten ist fast weg und sie ist einfach glücklich, dass sie noch da ist. Jetzt wird sie ungeduldig, weil ihr noch die Kraft fehlt. Na, das wird sich auch noch geben. Ihr Körper muss sich schließlich von einem harten Kampf erholen. Ich kann es sowieso noch nicht fassen, dass es ihr wieder so gut geht. Unsere Familie ist halt doch zäh…

Je mehr ich mich entspannt habe um so mehr hat sich meine MS bemerkbar gemacht. Zuerst hatte ich 3 Tage Nervenschmerzen und in den letzten Tagen motzen meine Beine mal wieder. Ich habe nachts Schmerzen und tagsüber sind sie etwas steif. Also habe ich am Freitag ganz intensiv nichts getan. Aber es ist echt ein Unterschied, ob man auf der Couch liegt, weil man einfach keine Energie hat oder weil man einfach Lust zum faulenzen hat. Letzteres kann ich richtig genießen.

Gestern waren wir auf dem Mattheisemarkt in Schriesheim und sind 3 Stunden gelaufen. Danach hat mein rechts Bein fast gestreikt, obwohl ich den Stock dabei hatte. Aber das war es mir wert.  Es hat soviel Spaß gemacht, durch die Gassen zu bummeln, die Luft zu genießen. Wieder zuhause habe ich dann nur noch auf der Couch verbracht und mich von Fredy bedienen lassen ;-)

Heute habe ich auch wenig gemacht, obwohl ich ja morgen Geburtstag habe und am Mittwoch ins Krankenhaus muss. Aber ich habe über den Tag immer wieder mal gewerkelt, die Kleider usw. rausgelegt. Und für meine Kaffeegäste morgen gibt es Coppenrath & Wiese :-D. Da habe ich keinen Stress, muss die Torte nur rechtzeitig auftauen. Abends gehe ich mit meinem Schatz dann lecker essen. Ich werde mir im East den Bauch mit Sushi vollschlagen, mmmhhhh lecker.

Tja und Mittwoch morgen gehts dann ins Krankenhaus und meiner Galle an den Kragen. Vielleicht habe ich ja Glück, und die Voruntersuchungen sind Mittwoch/Donnerstag abgeschlossen und ich werde gleich am Freitag operiert. dann komme ich evtl. Dienstag schon nach Hause. Aber so wie ich den Krankenhausbetrieb kenne, wird es Mo. oder Di. mit der OP. Na gut, dann bin ich bis Ende der Woche daheim.

Das ist jetzt meine 11. OP - und ich stelle fest, dass meine Nerven ziemlich blank liegen. Jetzt habe ich schon so viele OPs hinter mir, davon 2 sehr schwere, aber vor dieser OP habe ich zum ersten Mal richtig Angst. Ich werde um eine starke Schlaftablette bitten, dann bin ich schön high, wenn es in den OP geht. Ich weiß, das ist albern, aber gegen das Kopfkino kann man nicht viel machen - außer sich ablenken. Und Ablenkung habe ich morgen ja genug, und zwar schöne.

Und jetzt muss ich Schluss machen. Meine Minka tippt mich schon die ganze Zeit an, will schmusen. Und wer kann dazu schon nein sagen…

Bis bald - dann ohne Galle :-)

Wechselbad der Gefühle

Mann, war das ein Auf und Ab in den letzten Tagen. Ich habe von tiefster Trauer und Verzweiflung bis zu großer Freude wirklich alles durch. Ich versuche es der Reihe nach zu erzählen.

Am 14.02. habe ich zunächst im Krankenhaus angerufen um zu hören, wie es meiner Mum geht. Der Doc sagte “Sie wollte ich auch gerade anrufen” - oh je. Dann erfuhr ich, dass meine Mum doch keine Herzschrittmacher braucht. Die Ärzte haben festgestellt, dass ihre Probleme von den Herztabletten kamen. In seltenen Fällen kann sowas wohl vorkommen. Da habe ich erst mal durchgeatmet. Doch dann kam das “Aber”. Meine Mum hatte Probleme mit dem selbständigen Atmen. Sie hat ja COPD und außerdem seit ihrer TB-Erkrankung mit 17 nur 1,5 Lungenflügel. Und durch die künstliche Beatmung wollten die Lungen nicht mehr so wie sie sollten. Ich vereinbarte mit dem Doc, dass ich um 15.00 Uhr mit meinem Bruder vorbeikomme. Um 12.00 Uhr rief dann das Krankenhaus an, ob wir nicht doch schon gleich vorbeikommen könnten? Mein Bruder hatte zum Glück Zeit, also ich mit dem Taxi vom Büro ins Krankenhaus und mein Bruder kam auch. Mir war ganz schlecht.

Der Arzt erklärte dann, dass meine Mum eine Kompressionsmaske bekommen hat, mit der die Lunge zum atmen animiert werden soll. Würde sie weiter so schlecht atmen, bliebe nur die ständige künstliche Beatmung - und die hat meine Mum in der Patientenverfügung abgelehnt. Ich habe ihr auch immer versprochen, dass ich ihr erspare, so leben zu müssen. Also stimmten wir zu, dass meine Mum nicht beatmet wird, auch wenn die Maske keine Besserung bringt. Dann durften wir zu ihr. Es war so schrecklich! Durch die Maske hat sie immer etwas “gesagt”, aber ich konnte nichts verstehen. Sie war total vermummt, ich konnte nur erkennen, dass sie nicht bei sich war. Trotzdem hat sie heftig auf mich reagiert. Es sah aus, als wollte sie mich umarmen. Wir durften nur kurz bei ihr bleiben, mussten dann raus.

Dieser Anblick hat mich völlig fertig gemacht. Ich bin nach Hause, habe so geweint, es hat mir fast die Luft abgeschnürt. Jedesmal wenn das Telefon geklingelt hat, wurde mir schlecht. Aber das Krankenhaus meldete sich zum Glück nicht. Am nächsten Tag sind wir wieder auf die Intensivstation. Und was sagt man uns? Meine Mum ist auf der normalen Station. Aha. Ziemlich verwirrt, weil wir nicht wussten, was das bedeutet, sind wir also zur neuen Station. Meine Mum lag im Bett, bekam Sauerstoff und sah so klein, schwach und verletzlich aus. Sie atmete ganz flach, hat uns aber erkannt. Aber was sie erzählte schwankte zwischen sinnvoll und Halluzination. Die Ärztin konnte ich erst am nächsten Tag sprechen.

Gestern habe ich dann also mit der Ärztin gesprochen. Sie sagt, es wird sich übers Wochenende zeigen, ob es meine Mum schafft oder nicht. In diesem Alter und nach den Strapazen ist alles möglich. Außerdem ist da das Problem mit der Lunge. Sie bekommt halt sehr schlecht Luft. Wenn es ihr bis Dienstag besser geht, kommt sie innerhalb des Klinikums in eine Früh-Reha und wird dort fit gemacht für das Heim. Wir sind dann zu meiner Mum und waren überrascht. Im Vergleich zum Vortag machte sie einen viel wacheren Eindruck, aber in ihren Augen war so gar kein Leben. Sie sagte auch, es sei eine Quälerei für sie. Leider wurde sie zu einer Untersuchung abgeholt und wir mussten gehen.

Heute also wieder ins Krankenhaus - und meiner Mum ging es wieder ein gutes Stück besser. Sie war völlig klar, das Funkeln war auch wieder in den Augen. Aber ihre Atmung ist immer noch schrecklich. Sie bekommt immer furchtbare Hustenanfälle, kann nicht richtig durchatmen. Sie bekommt auch immer noch Sauerstoff. Sie hat mir erzählt, dass es ihr letzte Nacht so schlecht ging, dass sie den lieben Gott um Erlösung gebeten hat. Dann ging es ihr wieder besser, heute mittag war der Blutdruck wieder extrem hoch, heute nachmittag ging es ihr wieder besser. Ein Auf und Ab - wie die Ärztin mir gesagt hat.

Wie auch immer es ausgeht, mir tut schon die Tatsache gut, dass ich jetzt wieder mit ihr sprechen kann. Das macht dann auch ein evtl. Abschied nehmen leichter. Aber so wie sie auf der Intensivstation ausgesehen hat - grausam. Ich hatte immer Sorge, dass sie doch was mitbekommt, sich verlassen fühlt und nicht versteht, warum denn keiner von uns bei ihr ist. Jetzt kann ich sie betutteln, kämmen, ihre Hand halten. Das ist ganz anders.

Mich wundert nur, dass meine MS das so gut wegsteckt. Ich bin ohne Stock unterwegs, habe vorgestern auch das Wohnzimmer gewienert, schließlich ist heute die neue Couch gekommen. Wow, als die Möbelpacker die Teile abstellten war ich schon geschockt. So riesig hat die Couch im Möbelhaus gar nicht ausgesehen. Aber es passt alles, auch wenn die Couch eindeutig der Mittelpunkt des Wohnzimmers ist :-) Na ja, hier spielt sich ja auch das Leben ab und wenn ich schlechte Phasen habe, verbringe ich den ganzen Tag auf dem Teil. Meine Minka hat auch schon ihren Lieblingsplatz gefunden - mit etwas Hilfe von mir. Ich habe Ihr Schmusekissen auf die Stelle gelegt, die ich für sie gedacht habe. Bingo - genau da liegt sie jetzt auch.

Heute ist der erste “normale” Abend, den ich nicht voller Anspannung und mit großer Sorge verbringe. Mein Schatz hat ihn genutzt, um seinen Haushaltabend einzulegen. Ich habe mal wieder ausgiebig meine Internetspiele bedient, geschlafen, fern gesehen. Ach, endlich wieder auf der Couch liegen. Seit Montag abend haben wir auf den Liegestühlen verbracht, weil meine alte Couch und der Relaxstuhl am Dienstag morgen in den Sperrmüll kamen.

Jetzt hoffe ich, dass sich meine Mum weiter erholt und vor allem ihre Atemprobleme besser werden. Es tut mir weh zu sehen, wenn sie sich quälen muss. Ihr Leben war hart und schwer genug. Da hat sie es wirklich verdient, die letzte Zeit ohne Last zu leben.

Geschockt

Da geht es mir gesundheitlich endlich besser, um nicht zu sagen gut, schon kommt der nächste Schlag um die Ecke.

Meine Mum ist im Krankenhaus. Am Freitag ging es ihr schon nicht so gut. Sie hat mir erzählt, dass sie 2 x ohnmächtig war - für kurze Zeit. Abends wurde dann der Notarzt gerufen, der sie untersuchte und Herz-Rhythmus-Störungen feststellte. Auch ihr Blutdruck war wieder mal viel zu hoch. Sie bekam Tropfen und ihr ging es wieder besser.

Am Samstag bin ich dann zu ihr. Sie lag zwar im Bett und war sehr schwach aber sonst hellwach. Mich machte nur nervös, dass sie mit mir über ihre Beerdigung sprechen wollte und ob ich denn eine “Vertretung” hätte, wenn während meinem Krankenhausaufenthalt im März mit ihr was passieren würde.  Das Mittagessen kam, ich half ihr ein bisschen. Sie hatte keinen Appetit hat aber wenigstens etwas Suppe gegessen. Dann sah sie mich auf einmal komisch an und bekam einen Krampfanfall.  Das war furchtbar. Ich hielt sie im Arm, klingelte nach der Schwester und rief gleichzeitig um Hilfe. Meine Mum wurde immer blasser im Gesicht, die Lippen blau. Atmen konnte sie auch nicht mehr richtig.

Die Schwester kam ganz schnell und rief sofort den Krankenwagen. Zum Glück ist das Klinikum nur einen Katzensprung vom Heim entfernt. In ca. 5 Minuten waren die Sanitäter da. Bis dahin war meine Mum zumindest nicht mehr am krampfen, sie war aber auch nicht richtig da. Der Notarzt hat sie dann gleich ans EKG angeschlossen und festgestellt, dass ihr Herz nur noch 10 x pro Minute schlägt. Als dann 4 Sanis um meine Mum rumschwirrten und sie verkabelten wurde mir ganz schlecht. Sie bekam jetzt ständige Stromstöße, damit das Herz nicht aufhört zu schlagen und telefonisch wurde ein OP geordert für eine Not-OP. Der Arzt erklärte mir, dass sie einen vorläufigen Herzschrittmacher braucht. Wäre sie diesmal wieder alleine ohnmächtig geworden, hätte sie es nicht überlebt.

Mit gepackter Tasche und unter Schock bin ich dann mit dem Krankenwagen und Blaulicht ins Klinikum gefahren. Dort hat man auf der Intensivstation schon auf sie gewartet. Und dann saß ich im Wartezimmer, ganz alleine und so langsam wurde mir klar, dass meine Mum um ihr Leben kämpft. Klar, sie ist 87 Jahre alt und da muss man damit rechnen. Aber wenn du eben noch mit deiner Mutter darüber gesprochen hast, was du abends kochen willst und 1 Stunde später kämpfen die Ärzte um ihr Leben…

Nach 3 Stunden wurde ich endlich zum Arzt gerufen. Sie hat einen provisorischen Herzschrittmacher und bekommt am Montag einen richtigen. Sie wird künstlich beatmet und ist im künstlichen Koma. Alles weitere muss man abwarten. Dann konnte ich kurz zu ihr. Da liegt meine Mum verkabelt, mit zig Schläuchen und sieht so klein und hilflos aus. Mir hat es das Herz verdreht. Ich habe mit ihr gesprochen, sie gestreichelt und gehofft, dass sie das irgendwie mitbekommt. In der Zwischenzeit war zum Glück mein Fredy da, da konnte ich mich dann erstmal anlehnen.

Zuhause ist mir dann eingefallen, dass ich die Ärzte nicht mal gefragt habe, was nach der OP ist. Wie es meiner Mum dann geht. Ich war zu durcheinander. Dann habe ich erstmal den Familienrundruf gestartet. Je öfter ich davon erzählte, um so unwirklicher kam es mir vor. Und jedesmal, wenn ich mal kurz die Augen schloss, lief dieser Film vor mir ab, wie meine Mutter in meinen Armen krampft. Ich habe Monate gebraucht, um die Anfälle von meinem Ex-Mann zu verarbeiten und jetzt war alles wieder da, inklusive meiner “Herzschmerzen”. Inzwischen weiß ich ja, dass das psychosomatisch ist. Macht es aber nicht angenehmer.

Nachts war nicht viel drin mit schlafen. Es dauerte ewig bis ich einschlief und ich bin auch alle 2 Stunden aus dem Schlaf geschreckt. Heute nachmittag kam dann mein Bruder, den ich gestern per SMS immer auf dem Laufenden hielt, und wir sind gemeinsam ins Krankenhaus. Vorher haben wir uns noch abgestimmt. Ich habe ihm erklärt, dass meine Mum eine Patientenverfügung hat und auf gar keinen Fall als Pflegefall enden will. Wir sind einer Meinung, dass sie sich nicht quälen soll sondern auch friedlich einschlafen darf, wenn es ihr zu schlecht geht. Das hatte sie ja auch immer wieder mit mir besprochen und sich gewünscht.

Der Arzt sagte mir dann, dass die OP morgen auf jeden Fall sein muss, weil ihr Herz alleine definitiv nicht mehr schlagen würde. Über 3 Tage wird sie dann langsam wieder geweckt. Erst dann kann man sagen, wie es ihr geht, ob sie irgendwelche Folgen davongetragen hat. Ich darf sie die nächsten 3 Tage auch nicht besuchen. Auch positive Aufregung wäre zuviel für sie. Sie wird von den Pflegekräften beim Aufwachen begleitet.

Ich bin hin und her gerissen. Soll ich mir wünschen, dass sie jetzt im künstlichen Koma einfach endgültig einschläft oder dass sie die OP überlebt und es ihr einigermaßen geht. Der Arzt machte auch klar, dass es 1. sehr lange dauern wird, bis sie sich von den Strapazen erholt hat und 2. sie nicht mehr die Alte sein wird - was immer das auch heißt.

Nur gut, dass es mir körperlich wieder gut geht. Vor 4 Wochen hätte mich die ganze Sache wohl selbst ins Krankenhaus gebracht. Mein Bruder kann doch die ganzen Fragen mit den Ärzten nicht klären. Ich muss ja für ihn als Dolmetscher funktionieren, ihm alles erklären. Irgendwo ist es gut, dass ich die nächsten 3 Tage einfach abwarten muss. Da habe ich Zeit, mich auszuruhen (soweit das geht). Sollte meine Mum wirklich für immer einschlafen, kommt noch genug Arbeit auf mich zu. Und am 07.03. muss ich ins Krankenhaus, die Galle kommt raus.

Ach je, wieso lässt einen das Leben nicht mal Luft holen?

Eigentlich müsste ich hundemüde sein, aber ich kann nicht schlafen. Jetzt werde ich ein bissel im Internet surfen. Das lenkt ab und ich komme hoffentlich runter.

Euch allen eine schöne Woche in der einfach nichts großartig passiert.

Dieses Kribbeln im Bauch…

das man niemals vergisst - als wenn man zuviel Brausepulver isst (Lied von Pe Werner)…

Sie meinte die Liebe - ich meine die Liebe zum Leben :-))

Die Tabletten wirken!!!!! Yabadabaduuuu *in die Luft spring* (als in Gedanken)

Noch habe ich Angst, wirklich daran zu glauben. Aber andererseits fühle ich mich seit heute soviel besser, das müssen die Tabletten sein. Von Sonntag bis Dienstag haben mich nochmal ganz böse Nervenschmerzen im Gesicht gequält und trotzdem habe ich gemerkt, dass diese ätzende Müdigkeit weniger wird. Ich habe in Absprache mit meinem Doc die Tabletten gegen die Nervenschmerzen runterdosiert (morgens nur 1 statt 2), aber das hat sich nach 4 Tagen dann gerächt. Gestern habe ich wieder hochdosiert und seit heute brauche ich keine Schmerztropfen mehr.

Unabhängig davon bin ich schon gestern nachmittag besser gelaufen, brauchte für den Weg zum Briefkasten keinen Stock. Und heute morgen bin ich zur Hausärztin und was soll ich sagen? Die Beine fühlen sich leicht und locker an, als hätte man mir eine Bandage abgenommen. Und mein Kopf fühlt sich klar und wach, das war wie eine kleine Wiedergeburt. Klingt pathetisch aber ich kann es nicht anders beschreiben. Ich habe alles so klar wahrgenommen, hatte das Gefühl, ein grauer Schleier ist mir von den Augen genommen (nö, das lag nicht am schönen Wetter).

Und es ist den ganzen Tag so geblieben! Obwohl ich nach der Ärztin noch Sachen für meine Mum gebügelt habe, dann zu ihr ins Heim gegangen bin, zur Post und einkaufen. Seit heute mittag zwinge ich mich zum ausruhen, will ja nicht gleich das ganze Pulver verschießen :-) Von 17.00 - 18.00 habe ich geschlafen, denn letzte Nacht hatte ich nur 5 Stunden Schlaf. Ich glaube, mein Körper hat für die nächsten 6 Monate Schlaf getankt. Jedenfalls dürfte es heute auch wieder spät werden, bis ich einschlafen kann. Trotzdem stelle ich mir den Wecker für 8.00 Uhr, damit ich in einen vernünftigen Rhythmus komme.

Ich fühle mich regelrecht high vor Glück, weil die Hummeln wieder da sind!! Aber damit ich nicht zu übermütig werde habe ich heute die Überweisung fürs Krankenhaus bekommen - wegen meiner Galle. Nachdem sich meine Leberwerte innerhalb von 8 Wochen mehr als verdoppelt haben, muss sie jetzt doch raus. Zumal ich letzte Woche eine ganz widerliche Kolik hatte, die 1 Stunde anhielt. Wer sowas schon mal hatte, weiß, wie ich gelitten habe. Ich habe das  Klinikum zwecks Terminvereinbarung schon angemailt und werde morgen zurückgerufen. Hoffentlich muss ich nicht ewig auf einen Termin warten. Wenn die OP schon sein muss, will ich sie schnell hinter mich bringen. Vor allem hoffe ich, dass ich mich danach mal wieder um das normale Leben kümmern kann. Lieben, leben, arbeiten (in der Reihenfolge *lach*).

Danke für Eure lieben Gedanken und das Daumen drücken - es hat geholfen. Auch wenn ich noch Angst vor der Enttäuschung habe, sagt mir mein Gefühl, dass es jetzt endlich gut wird. Ich kann Euch gar nicht beschreiben, was ich für Glücksgefühle habe. Ich bin tatsächlich verliebt - in das Leben. Und das genieße ich jetzt solange es geht. Dann habe ich wieder Kraft getankt für die nächste schlechte Phase, die hoffentlich lange, lange, lange auf sich warten lässt.